Font Size

Cpanel
Aktuelle Seite: Start Verein

- Ein Verein stellt sich vor -

Hauptanliegen des im April 1994 gegründeten Vereins, ist das Beschreiten neuer Wege in der Schweißhundzucht. Dabei steht die Abkehr von der bisher praktizierten risikobeladenen Inzucht hin zu einer breit angelegten Auslesezucht im Vordergrund.

Das Ansteigen der Schalenwildstrecken, vor allem in den neuen Bundesländern, verbunden mit der Ausbreitung des Schwarzwildes hat zu einem gesteigerten Bedarf an brauchbaren Schweißhunden geführt.

Eine Beschränkung des Schweißhundeinsatzes auf Hochwild halten wir aus Tierschutzgründen nicht mehr für vertretbar. Warum soll das laufkranke Reh nicht genauso mit einem Schweißspezialisten nachgesucht werden wie eine Sau oder ein Hirsch? Wir geben daher unsere Hunde auch ganz bewußt in reine Rehwildgebiete ab.

Voraussetzung für den Welpenerwerb ist neben der Vereinsmitgliedschaft die Teilnahme an einem unserer Schweißhundführerlehrgänge und die Möglichkeit zum notwendigen überörtlichen Einsatz des Hundes.

Der Verein für Schwarzwälder Schweißhunde e.V. führt jährlich ein bis zwei gut besuchte Schweißhundführerlehrgänge für Führer aller Jagdhundrassen durch.

Der Lehrgang dauert drei Tage und enthält neben der Einweisung in die Theorie einen großen Praxisteil mit Übungsmöglichkeiten und eine Einweisung in „Erste Hilfe für Jagdhunde“

Willkommen sind grundsätzlich alle Jäger, Hundeführer gerne mit Hund.

Anerkennung von Leistung

Ein Hund wird nicht allein durch eine bestimmte Rassenzugehörigkeit zum Schweißhund. Einzig und allein zählen bei der Schweißarbeit Leistung und der Erfolg! Für den Schweißhund spricht die Möglichkeit der zielgerichteten züchterischen Verwertbarkeit der gezeigten Nachsucheneignung.

Hier wäre ein gewisses Maß an Toleranz wünschenswert.

Die Fördermaßnahmen mehrerer Bundesländer für Schweißhundführer dokumentieren das Gegenteil. Voraussetzung für die Zuwendung ist in erster Linie die Vereinszugehörigkeit und dann erst die Leistung. Die für die Schweißarbeit gut geeigneten Bracken und alle anderen erfolgreich auf Schweiß geführten Jagdgebrauchshunde bleiben außen vor. Es werden damit einzelne Vereine mit öffentlichen Mitteln (Jagdabgabe) einseitig begünstigt.

Ziel unserer Bemühungen ist daher eine Änderung der Anerkennungspraxis. Brauchbare Nachsuchenhunde sollen nicht in erster Linie über die Rasse, sondern über nachweisbare Leistungen des einzelnen Hundes zu definieren sein.

Zucht und Prüfungswesen

Unsere Prüfungen, zu denen nur im Verein gezüchtete Hunde zugelassen werden, stehen denen der etablierten Schweißhund- und Brackenvereine in nichts nach. Unsere Anforderungen an die Zuchttauglichkeit sind höher.

Zuchtgeschehen

Unsere Zuchtziele sind:

  • gesunde Hunde
  • Fährtenlaut
  • Härte und Wildschärfe
  • größtmögliche genetische Vielfalt
  • kompromißloser Weg über die Leistung zum Typ

In der Aufbauphase unserer Schweißhundzucht führen wir fortwährend das rassenfremde Blut von Schweißhunden (HS) und Bracken (Plott Hounds) zusammen. Jeder Wurf führt uns in die Breite. Die Idee der Kreuzung von Bracken mit Schweißhunden ist nichts neues. Die Rasse Bayerischer Gebirgsschweißhund ist so entstanden. In den 60-er Jahren hat Konrad Andreas als Zuchtwart des Vereins Hirschmann die Finnbracke zur Verbesserung des Lautes und des Hetzwillens in die Rasse Hannoverscher Schweißhund eingekreuzt. Der Zuchtversuch wurde jedoch nach seinem Tod wieder aufgegeben.

Die Aufbauphase unserer Zucht wird mindestens 10-15 Jahre in Anspruch nehmen. Während erfahrungsgemäß die F1-Generation von Kreuzungszuchten sehr leistungsstark ist, kann sie erheblich in Form und Farbe streuen. Eine Einschränkung auf genau definierte Rassekennzeichen erfolgt zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Wir wollen erst über eine konsequente Leistungsauslese einen Mitteltyp züchten. Wir akzeptieren daher alle vorkommenden Farbschläge (hirschrot, hirschrot gestromt, schwarz mit Brand).

In Nordamerika werden die von uns verwendeten Plott Hounds für die Bären-, Puma- und Schwarzwildjagd unter für uns unvorstellbar harten Selektionsbedingungen gezüchtet. Dabei wird größter Wert auf den sicheren Fährtenlaut und auf Schärfe am wehrhaften Wild gelegt. Die Zucht dieser Hunde wurde im 18.Jahrhundert durch einen deutschen Auswanderer namens Plott mit zwei Hannoverschen Schweißhunden (damals noch Heidbracke genannt) und einem Weimaraner begründet. Allein in den USA sind etwa 6000 Plott Hounds registriert.Wir pflegen ein partnerschaftliches Verhältnis zu beiden amerikanischen Züchtervereinigungen und haben in den letzten Jahren bereits eine größere Anzahl sehr guter Zuchthunde importiert.

Mit unserer F1-Generation erfolgt bei den Schweißhunden der schrittweise und vorsichtig parallel geschaltete Übergang zur Reinzucht.

Voraussetzung für die Zuchttauglichkeit bei der Reinzucht sind:

  • bestandene Jugendsichtung
  • bestandene Vorprüfung
  • bestandene Hauptprüfung
  • Nachweis fährtenlauter Hatz
  • Formwert mindestens "gut"
  • HD-Freiheit (eingeschränkt möglich ist HD-Übergangsform)
  • standardisiertes Gesundheitszeugnis mit Schwerpunkt Herz/Kreislauf
  • überdurchschnittliche Leistungen im Nachsucheneinsatz

Zur Erstellung der Zuchtplanung bedient sich der Zuchtwart einer EDV-gestützten Zuchtwertschätzung. Er führt das Zuchtbuch, erstellt die Ahnentafeln und tätowiert die Welpen.

Züchten heißt konsequentes Selektieren. Nur wenn wir jeden Hund objektiv und kritisch beurteilen, können wir einen hohen Prozentsatz leistungsfähiger Hunde züchten. Hier sind nicht nur Zuchtwart und verantwortungsvolle Züchter sondern auch jeder Richter und letztendlich jeder Führer gefordert.

Prüfungswesen

Unsere Prüfungsordnung übertrifft die Anforderungen des Internationalen Schweißhundverbandes .

Die 8 - 18 Monate alten Junghunde werden auf einer Jugendsichtung vorgestellt. Sie dient in erster Linie zur Beurteilung der Wesensfestigkeit und ihr Bestehen ist Voraussetzung zur Zulassung zur Vorprüfung. Der junge Hund wird auf der Schleppspur eines toten geringen Stücks Schwarzwild geschnallt und kommt selbständig zum Stück. Dieses wird mit Hilfe eines Seils durch einen in Deckung sitzenden Gehilfen wieder “zum Leben erweckt “. Dabei wird das Verhalten des damit konfrontierten Hundes kritisch geprüft.

Diese Anlageprüfung wurde von uns eingeführt und wird zwischenzeitlich auch von anderen Vereinen praktiziert.

Die Vorprüfung erfolgt auf der 1000m langen, mindestens 20 Stunden stehenden Kunstfährte mit 400 m schweißloser Strecke. Da wir größten Wert auf die Wesensfestigkeit legen, prüfen wir neben der Riemenführigkeit, dem Ablegen und der Schußruhe auch die Schußfestigkeit.

Die Hauptprüfung für die auf der Schweißfährte geführten Hunde wird von einem Leistungsrichter und einem sachkundigen Zeugen bei einer anfallenden Nachsuche abgenommen. Ihr Bestehen ist Grundvoraussetzung für die Zuchttauglichkeit.

Fazit

Es ist uns gelungen die Zucht langfristig zu sichern. Das Anwachsen unseres jungen Vereins auf über 200 Mitglieder ist uns Verpflichtung und Ansporn zugleich, unsere zugegebenermaßen ehrgeizigen Zuchtziele konsequent weiterzuverfolgen.




Top